Hegegemeinschaft Rotwildring Rotwildgebiet Spessart
HegegemeinschaftRotwildring Rotwildgebiet          Spessart

Arbeit der Gruppe Lebensraum

im Frühjahr 2015

Nach der erfolgreich abgeschlossenen Arbeit der Gruppe Lebensraum im Jahr 2014, mit Revierberatungen durch Herrn Wildmeister Amann, haben sich in diesem Jahr anlässlich der Hauptversammlung am 14.03.2015 wieder 8 Reviere bereit erklärt zusammen mit der Arbeitsgruppe und Herrn Wildmeister Amann lebensraumverbessernde Maßnahmen in ihren Revieren in Angriff zu nehmen.

8 neue Pilotreviere

Verp. Staatl. EJB Alteburg - Rev. Nr. 12201 -
Flächen: Wald: 230 ha Feld: 18 ha bejagbare Fläche 248 ha
Äsungsflächen: 0,8 ha im Feld / 2,0 ha im Wald,
Ruhezonen: 25 ha.
Pächter: Manfred Flikschuh, Marköbeler Str. 7, 61130 Nidderau-Ostheim
Verpächter: Hess. Forstamt Jossgrund


EJB Bad Orb I – Rev. Nr. 22001 -
Flächen: Wald: 403 ha Feld: 13 ha bejagbare Fläche 416 ha
Temporäre Flächen: Schneisen 2 000 m , keine weiteren Angaben
Pächter: Alfred Edel, Zenkhof 1, 63619 Bad Orb
Verpächter: Magistrat Stadt Bad Orb

EJB Bad Orb II – Rev. Nr. 22002 -
Flächen: Wald: 349 ha Feld: 1 ha bejagbare Fläche 349 ha
Äsungsflächen 1,6 ha im Wald
Temporäre Flächen :Polderplätze u. Wegeränder 150 m
Pächter: Reinhold Sinsel, Am Schafstrieb 39, 63619 Bad Orb
Stefan Auerbach, Haselmühle, 63619 Bad Orb
Verpächter: Magistrat Stadt Bad Orb

GJB Kassel-Biebergemünd – Rev. Nr. 23005 -
Flächen: Wald: 61 ha Feld: 398 ha bejagbare Fläche: 460 ha
Äsungsflächen: bisher keine Angaben
Pächter: Maaten Fijnaut, Breslauer Str. 4, 63599 Biebergemünd
Verpächter: Jagdgenossenschaft Kassel, Herbert Pfeifer

EJB Bernhardswald – Rev. Nr. 25008 -
Flächen: Wald 134 ha Feld: 14 ha bejagbare Fläche: 148 ha
Äsungsflächen: 1 ha im Wald
Ruhezonen: 20 ha
Pächter: Dr. Peter Homann, Am Ziegelanger 12, 36381 Schlüchtern
Verpächter. Klosterrenterei Schlüchtern

Verp. Staatl. EJB Hüttberg – Rev. Nr. 12102 -
Flächen: Wald 289 ha Feld: 0 ha bejagbare Fläche: 289 ha
Äsungsflächen: 1 ha im Wald – Temporäre Flächen 50 m/ 100 Erdwege/Polderpl.
Ruhezonen: 7 ha
Pächter: Erich Köhler, Am Friedrichsberg 11, 63639 Flörsbachtal-Lohrhaupten
Pächter: Freddy Heger, Gartenstr. 14, 63856 Bessenbach
Verpächter: Hess. Forstamt Jossgrund

GJB Flörsbach – Rev. Nr. 24001 -
Flächen: Wald: 270 ha Feld: 175 ha bejagbare Fläche: 446 ha
Äsungsflächen: bisher keine Angaben
Pächter: Erich Köhler, Am Friedrichsberg 11, 63639 Flörsbachtal-Lohrhaupten
Pächter: Freddy Heger, Gartenstr. 14, 63856 Bessenbach
Verpächter: Jagdgenossenschaft Flörsbach, Alfred Kunkel

GJB Lohrhaupten II – Rev. Nr. 24004 -
Flächen: wald: 356 ha Feld: 396 ha
bejagbare Fläche: 753 ha

Äsungsflächen: 2 ha im Wald, 1 ha i. Feld, -Temporäre Flächen: 50 m/ 100 Erdwege/Polderpl.
Pächter: Erich Köhler, Am Friedrichsberg 11, 63639 Flörsbachtal-Lohrhaupten
Pächter: Freddy Heger, Gartenstr. 14, 63856 Bessenbach
Verpächter:: Jagdgenossenschaft Lohrhaupten, Dieter Herget

Treffen der Teilnehmer zur Revierberatung mit Wildmeister Amann am 25. April und

am 16. Mai 2015.

Wildmeister Amann berichtet darüber: Aufgefallen ist mir – wie fast überall! – die völlig unzureichende Abschirmung der Wildäsungsflächen gegen Einblick.

Wo immer es möglich ist, sollten wir Äsungsflächen im Wald durch einen „Innenwaldsaum“ beruhigen, damit das Wild zu jeder Zeit seinem Äsungsrhythmus folgen kann.

Natürlich ist dies beim „Schlüpfer“ Rehwild einfacher als bei unserem Rotwild.

Außerdem sollte wo immer es möglich ist, die Anpflanzung von masttragenden Bäumen – Kastanien, Kern- und Steinobst- vorangetrieben werden.

Für alle im RRS vorkommenden Dauergrünäsungsflächen empfehle ich:

  • Regelmäßige Bodenproben ziehen – alle 3 Jahre –
  • Gründüngung nach Düngeempfehlung durchführen.
  • Neuanlagen sollten bis zur ausreichenden Bestockung kurzfristig gehütet werden!
  • Vorzeitige Freigabe führt unweigerlich zu lückigen Beständen – Trittschäden, Pflanzen sind noch nicht ausreichend verwurzelt, Mischverunkrautung etc.
  • Nach Möglichkeit Flächen nur mähen! – kein Tiefschnitt!-
  • Auflagereste immer beseitigen!
  • Bei Nachsaaten im Frühjahr Aufwuchs kurz halten – Schröpfschnitte durchführen.
  • Besonders zu empfehlen sind Nachsaaten mit Klee – Kräutermischungen ohne Grasanteil ab Ende August.

Im Grundsatz gilt: Wenn in einem Revier nicht gefüttert wird, benötigt man für ein Stück Rotwild eine Fläche von ca. 1 500 qm. Diese Zahl ergibt sich aus dem Nahrungsbedarf für ein Stück Rotwild.

Revierberatung im EJB I am 25. April 2015

1. Objekt:

Zwei lange Schneisen: Auflagereste umgehend beseitigen, Nachsaat mit einer Leguminosenmischung“. im Herbst Bodenproben ziehen und Grunddüngung nach Düngeempfehlung durchführen

Wildmeister Amann im Beratungsgespräch mit Revierinhaber Edel

Dauergrünäsungsflächen- lange Schneisen

Wildmeister Amann zeigt, wie es wichtig ist, Auflagereste nach dem Mulchen zu entfernen um nachwachsenden Pflanzen ausreichend Raum und Licht zu geben.

2. Objekt: Neuanlage von zwei Äsungsflächen geplant.

 

Nach Einsatz einer Forstfräse Grunddüngung mit Kohlesaurem Magnesiumkalk 10 – 15 dt je/ha. Boden gut absetzen lassen, dann Einsaat mit einer „Pioniermischung“ mit hohem Waldstaudenroggenanteil oder Waldstaudenroggen mit Weidelgras - Welsches!Nach guter Bestockung – auf rohem Boden jedoch kaum zu erwarten- könnte eine Düngung mit Blaukorn erfolgen, bedeutet dann aber auch eine sehr intensive Beäsung. Schon deswegen kommt man bei Neuanlagen auf kleiner Fläche manchmal nicht ohne vorübergehende Schutzmaßnahmen – hüten – aus.

Hier sollen nach dem durchgeführten Einsatz der großen Forstfräse zwei neue Äsungsflächen entstehen!!

Wildmeister Amann gibt Ratschläge zur Einsaat der neu gewonnenen Flächen

Revierberatung im EJB Bad Orb II am 25. April 2015

Neuanlage:

Nach Einsatz einer Forstfräse Fläche bis Spätsommer regelmäßig bearbeiten, um eine Wiederbestockung von Land-Reitgras (Calamagrostis) zu verhindern. Unter Umständen kann eine Einsaat von Senf / Ölrettich Ende August / Anfang September erfolgen. Bitte in jedem Fall Bodenproben ziehen, Grunddüngung durchführen. Im Frühjahr 2016 Einsaat einer „Pioniermischung“ mit hohem Waldstaudenroggenanteil. Die Äsungsfläche muss dann bis zur dichten, guten Bestockung mittels E-Zaun für einige Wochen gehütet werden.

Auf dieser Fläche soll, nach dem Einsatz der großen Forstfräse, eine neue Äsungsfläche entstehen.

Wildmeister Amann, Revierinhaber und Teilnehmer der AG Lebensraum besichtigen die Fläche auf der, nach dem Einsatz der großen Forstfräse eine neue Äsungsfläche angelegt werden soll.

Herr Amann im Beratungsgespräch zu weiteren Maßnahmen der neu anzulegenden Fläche mit Jagdpächter Stefan Auerbach

Revierberatung im GJB Kassel-Biebergemünd

am 25. April 2015

Die im Feldanteil des Reviers gelegenen Wildäsungsflächen dienen in erster Linie der Schadensminderung und Möglichkeiten der Schwarzwildbejagung. Wenn ausreichend Flächen zur Verfügung stehen, ist gegen den Anbau von Mais oder Hafer nichts einzuwenden, mittelfristig empfehle ich jedoch einmal den Anbau von Kartoffeln (frühe oder späte Sorte Versuchsfläche) und Topinambur, jedoch nicht unter 0,25 ha! Topinambur, muss jedoch gehütet werden.

großzügig angelegte Mais- und Haferschläge am Feldrandbereich

Wildmeister Amann im Beratungsgespräch mit Revierinhaber

Maarten Fijnaut.

Revierberatung im EJB Alteburg

am 25. April 2015

1. Objekt:

Großartige Wildäsungsfläche mit masttragenden Bäumen – bitte weitere Kernobstbäume dazu pflanzen! – Kronen-Schäl-Wühlmausschutz anbringen.

Düngegaben mit NPK Dünger wie Blaukorn auf drei Gaben verteilen.

Zum Weg hin Heckenkirschen – heimischer Strauch! - anpflanzen.

Wildmeister Amann im Beratungsgespäch
mit Revierpächter Manfred Flikschuh

Dauergrünäsungsfläche mit gutem Kleeanteil
umgeben von Kastanien - und Obstbäumen

2. Objekt:

Frischwiesen: Bei Nachsaat im Frühjahr Fläche kurz halten, ansonsten Nachsaat Ende August / Anfang September. Nur Leguminosenmischungen verwenden.

Bodenproben ziehen, Düngung nach Düngeempfehlung!

Dauergrünäsungsfläche: langes Wiesental mit reichlich Bewuchs, jedoch zu wenig Klee- und Kräuteranteile.

Langes Wiesental.  Herr Amann gibt Ratschläge wie man die Fläche noch besser nutzen kann.

Revierberatung im GJB Flörsbach

am 16. Mai 2015

1. Objekt:

Wildacker Feldrandlage – zurzeit mäßige Bestockung mit Waldstaudenroggen aus einer zweijährigen Wildackermischung. Dringend zu empfehlen ist eine unverzügliche Neueinsaat mit einer überjährigen Wildackermischung mit ausreichendem Anteil an Winteräsung wie Raps oder Futterkohl. Wenn der Bewuchs ca. 15 – 20 cm hoch ist, sollten die Flächen mit einem NPK-Volldünger gedüngt werden.

Revierpächter Erich Köhler begrüßt die Teilnehmer

Diese große Waldstaudenroggen-Fläche soll neu bearbeitet werden

Wildmeister Amann im Fachgespräch

2. Objekt:

Wildackeranlage – wie oben – mäßige Bestockung - Neueinsaat mit einer Wildackermischung mit hohem Anteil an Winteräsung - oder – Einsaat mit einer speziellen Winteräsungsmischung mit Winterraps, Winterrübsen und Futterkohlarten. Düngung: NPK Dünger wie 15-15-15-.

Auch diese Waldstaudenroggenfläche soll neu bestellt werden 

Die Fläche weist zahlreiche Fehlstellen auf.

3. Objekt:

Wildackeranlage - Einsaat erfolgte mit Gehaltsrüben. Unverzüglich Pflanzenschutz gegen eine aufkommende Mischverunkrautung und Düngung mit NPK wie oben!

Die Teilnehmer besichtigen die neu angelegte Rübenfläche

Eine große Wildwiese mit anschließenden Kleeschlag

Die Teilnehmer besichtigen die neu angelegte Wildwiese mit anschließenden Kleeschlag

Revierberatung im GJB Lohrhaupten

am 16. Mai 2015

1. Obejekt: Dauergrünäsungsfläche im Wald – mit zwei großen künstlichen Suhlen. Nach Möglichkeit die Fläche erweitern. Auflagereste beseitigen!

Düngung: zwei bis drei Gaben zu jeweils 25 kg NPK-Volldünger von März – Ende August.

Dauergrünäsungsflächen mit zwei künstlich angelegten

großen Suhlen 

Künstlich angelegte Suhle

2. Objekt:

Dauergrünäsungsfläche: Langer Schlauch mit starker Beschattung – Lichteinfall ungenügend – deshalb kaum beäst. Wenn möglich Lichteinfall verbessern, Fläche auf Dreiecksform bringen.
Siehe Anlage – Biotophege – „Ohne Licht ist alles nichts.“
Moos mittels Schwader herauskämmen, besonders zu empfehlen: Düngung mit Kali-Magnesium 

Dauergrünäsungsfläche- langer Schlauch,  leidet unter starker Beschattung - Lichteinfall ungenügend- deshalb kaum beäst.

Wildmeister Amann berät Revierpächtern Erich Köhler.

Auch hier muss der Kompass herhalten.

Revierberatung im verp. staatlichen EJB Hüttberg am 16. Mai 2015

Erweiterte Dauergrünäsungsfläche. Moos mittels Schwader heraus kämmen. Düngung vornehmen.

Revierpächter Erich Köhler und Freddy Heger legen eine große Revierkarte aus, die alle Flächen, Äsungsflächen und Jagdeinrichtungen ausweist und von den Teilnehmern bestaunt wird.

Zwei Flächen, die zurzeit bearbeitet werden.

Erweiterte Fläche mit Obstbaum

Revierberatung im EJB Bernhardswald

am 16. Mai 2015

1. Objekt: Wildackeranlage, gute Lage mit ausreichend Lichteinfall: Einsaat mit Akela, der gut aufläuft. Wenn der Bewuchs ca. 15 – 20 cm hoch ist, sollten die Flächen mit einem NPK-Volldünger gedüngt werden. 

Neu eingesäter Rapsschlag wird begutachtet

Gepflegte Wildwiesen 

2. Objekt:

Wildackeranlage am Bestandesrand, Einsaat mit reinem Hafer. Dringend zu empfehlen ist auf dieser Fläche unverzüglich noch Rotklee einzusäen.

neu eingesäter Haferschlag am Bestandesrand

Auch hier gibt Wildmeister Amann fachliche Ratschläge um einen möglichst guten und reichlichen Ertrag zu erzielen.

Teilnehmer der AG Lebensraum

Ausarbeitung und Fotos Anneliese Merx