Hegegemeinschaft Rotwildring Rotwildgebiet Spessart
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Die neueste Strecke  zum 01.10.2020 ist unter  Rotwild - Spessart - Intern einzusehen.

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Nachrichtlich  an die Mitglieder der Hegegemeinschaft Rotwildring Rotwildgebiet Hessischer Spessart

Von: Stefan Auerbach <stefanauerbach@me.com>

Betreff: Abschussplanung 20/21 für Rotwild im Hessischen Spessart

Datum: 21. April 2020 

An: Mario Rützel <mario.ruetzel@mkk.de>

Sehr geehrter Herr Rützel, 

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Wir haben mit Schreiben vom 06.04.2020 gem. § 26a HJagdG unseren, Corona bedingt,  in einem abgewandelten Verfahren abgestimmten Abschussplanvorschlag zusammen mit den gesetzlich vorgesehenen Unterlagen vorgelegt.

 

Soweit wir dabei „Forderungen“ formuliert haben, die „festgesetzt“ werden sollten, hat dies, wie wir aus den inzwischen geführten Gesprächen gemerkt haben,  zu Missverständnissen geführt. Dennoch sollte auch Ihre Behörde und Alle im Prozess der Abschussfestsetzung beteiligten übergeordneten Behörden, die Maßnahmen und Vorschläge von  Rotwild Hegegemeinschaft und Sachkundigen zur Erhaltung eines gesunden und altersklassenmäßig ausgewogenen Rotwildbestand (Ziffer 1 Schalenwildrichtlinie) ausreichend berücksichtigen.

Wir möchten daher betonen, dass es uns selbstverständlich darum geht, dass das von der Unteren Jagdbehörde durchzuführende Abschussplanfestsetzungsverfahren gemäß den gesetzlichen Vorgaben erfolgt, wie diese in § 26 Abs. 1 HJagdG in Verbindung mit § 21 Abs. 2 BJagdG festgelegt sind.

 

Wenn man von der Verbindlichkeit der per Ministererlass ergangenen Schalenwildrichtlinie ausgeht, dann widersprechen die von uns für die Erstellung unseres Abschussplanvorschlags angestellten Überlegungen z.B. bezüglich der Freigabe von Hirschen der Klasse I zu den jeweiligen Jagdbezirken den dortigen Regelungen gerade nicht!

Die ministerielle Schalenwildrichtlinie bezieht alle ihre Vorgaben auf die „für die betreffende Wildart abgegrenzten Gebiete bzw. Bezirke“ ( Ziffer 2 Schalenwildrichtlinie).

Die in den Abschussrichtlinien angegebenen „Anteile am Abschuss in Prozent“ für die nach Geschlecht, Bezeichnung/Altersstufe bzw. Klasse legen damit als Grundgesamtheit das Gesamtabschuss-Soll für die Hegegemeinschaft zu Grunde.

 

Soweit daher behördlicherseits für die Berechnung dieser Anteilsprozente von einer Jagdbezirksweisen Betrachtung ausgegangen werden würde, widerspräche das den ministeriellen Vorgaben.

Für die Frage, ob bei Anwendung der ministeriellen Schalenwildrichtlinie eine Erhöhung des Abschuss-Solls auf 130 % des vorjährigen Ist-Abschusses vorzunehmen ist, ist – so der Erlass – das Ergebnis der Schälschadenserhebung zu berücksichtigen. 

Dies wird für das Rotwildgebiet Spessart in der Grundliste 2019 für das Land Hessen wie folgt angegeben:

Fichte: frisch = erstmalig geschält  0,5 %

Buche: frisch = erstmalig geschält  0,6 % 

Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main hat – sinngemäß - festgestellt, dass als frische Schälschäden nur die erstmaligen Beschädigungen bewertet werden könnten. Nur dies entspreche rechnerisch der vom Ministerium selbst für die Herleitung der Grenzwerte zugrunde gelegten Überlegung, wie hoch die jährliche Schälbelastung sein dürfte, um während der Dauer der Schälgefährdung nicht mehr als den für zumutbar angesehenen Gesamtschaden entstehen zu lassen.

 

Mit den vorstehend genannten Werten wird der Grenzwert für Fichte deutlich unterschritten, der für Buche lediglich um 0,1 % überschritten.

Auch nach der ministeriellen Richtlinie besteht damit kein zwingender Handlungsbedarf zur Abschusserhöhung.

 

Wenn wir in unserem Abschussplanvorschlag für eine Freigabe von Hirschen der Klasse I u.a. auf die von uns seit vielen Jahren im Einverständnis mit Ihrer Behörde und zur Zufriedenheit Aller angewendete sog. Bonus-Malus-Regelung abgestellt haben, dann handelt es sich dabei um eine Hegegemeinschafts interne Willensbildung, die selbstverständlich keiner Festsetzung durch eine Jagdbehörde bedarf.

Sie steht auch nicht in Widerspruch zu der ministeriellen Schalenwildrichtlinie, weil der darin jeweils festgelegte Anteil am Abschuss in Prozent nicht beeinflusst wird.

Die weiteren Begründungen für die von uns vorgeschlagene Aufteilung und Zuordnung der Abschüsse nach Geschlecht, Bezeichnung und Klasse gelten uneingeschränkt fort.

Wir bitten daher – wie in § 26 Abs. 1 HJagdG bestimmt, die Abschussfestsetzungen auf der Grundlage unseres Abschussplanvorschlages, insbesondere die Freigabe der Hirsche ab 10 Jahre (Klasse 1), vorzunehmen.

Selbstverständlich obliegt die Entscheidung der finalen Abschussfestsetzung Ihrer Behörde.

 

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Auerbach

Vorsitzender Rotwildring Spessart

 

HEGEGEMEINSCHAFT

Rotwildgebiet Hessischer Spessart

 

                                                            14. April 2020        

Gutachten von Prof. Dr. Pfannenstiel

"Analyse der Streckenergebnisse 2013/14 bis 2019/20               im Hessischen Spessart"

Zur Information:

Dritte Verordnung zur Änderung der Hessischen Jagdverordnung

Der Landesjagdverband Hessen e.V. nimmt Stellung:

11.04.2020