Hegegemeinschaft Rotwildring Rotwildgebiet Spessart
HegegemeinschaftRotwildring Rotwildgebiet          Spessart

Außergewöhnliches Rahmenprogramm

Anlässlich der RRS-Hegeschau am 20.05.2017 in Bad Orb, erfreuten die deutsch-französischen Jagdhornbläser

"Rallye Trompes Moselle Sarre" die Besucher sowohl im Kurpark, als auch im Gartensaal, mit einem mitreißenden und stimmungsvollen Jagdkonzert. 

Hegeschau der Hegegemeinschaft Rotwildring Rotwildgebiet Spessart am 20. Mai 2017 in Bad Orb

Mit gemeinsamen Vorträgen  eröffnen und umrahmen die Bläsergruppen KJV Schlüchtern und KJV Gelnhausen die Hegeschau.

 

Der Vorsitzenden und Sachkundige für das Rotwild Stefan Auerbach begrüßt die Anwesenden und berichtet über das abgelaufene Jagdjahr.

 

Bericht des Vorsitzenden und Sachkundigen Stefan Auerbach 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitglieder des Rotwildringes Hessischer Spessart,

Liebe Besucher, liebe Freunde des heimischen Rotwildes,

ich darf Sie alle ganz herzlich zu unserer diesjährigen Hegeschau der Rotwild Hege Gemeinschaft Hessischer Spessart begrüßen.

Besonders begrüßen möchte ich die  Vertreter der Gemeinden und Jagdgenossenschaften mit denen wir übers Jahr sowohl bei der Abschuss-planung als auch bei unseren Projekten zur Lebensraumgestaltung in engem Dialog stehen und gute Unterstützung erhalten. Vielen Dank dafür.

Wir haben in der letzten Stunde ein emotional eindrucksvolles Konzert der Deutsch Französischen Jagdhorngruppe „Rallye Trompes Moselle Sarre„ gehört und sind von der Darbietung mehr als begeistert. Die Gruppe steht unter der Leitung von Hubert Klein. Ich möchte mich bei allen Bläsern dieser Gruppe ganz herzlich bedanken.

Vom größten Grundstückseigentümer, dem Land Hessen, begrüße ich unseren Landtagsabgeordneten Michael Reul. Über dessen regelmäßige Teilnahme unserer Hegeschauen und seinem großen Interesse herzlichen Dank.  Er wird gleich ein Grußwort an uns richten.

Ich begrüße die Leiter der Forstämter Jossgrund und Schlüchtern, FD Hans Jürgen Bachmann und FD Jörg Winter, die in der Planung von gebietsübergreifenden Jagden, in der Lebensraumgestaltung und im Nachsuchenbereich intensiv zusammenarbeiten. Vielen Dank dafür.

Ich begrüße Herrn Rützel von der Unteren Jagdbehörde des Main Kinzig Kreises, der uns die behördliche Unterstützung für unsere Arbeit gibt und als verantwortliche Behörde das fast letzte Wort hat.

Mein Gruß gilt den Vertretern der Fraktionen und des Magistrates der Stadt Bad Orb  und natürlich dem Bürgermeister der Stadt Bad Orb, Roland Weiß, als quasi Hausherren, der gleich persönlich zu uns sprechen wird.

Ich begrüße die Vertreter der Presse und freue mich auf Ihre Berichte zu unserer Hegeschau.

Ich freue mich Hans Peter Fuß, den Vorsitzenden des KJV Schlüchtern und Gerhard Seidenkranz  Vorsitzender des KJV Gelnhausen, zu begrüßen.

Von den benachbarten Hegegemeinschaften begrüße ich aus dem Odenwald Günther Meffert und aus der bayrischen Rhön den Ehrenvorsitzenden FD.i.R. Christoph Frucht und den Vorsitzenden Harm Humburg.

Vom Landesjagdverband Hessen und auch gleichzeitig als Vorsitzender Rotwildhegegemeinschaft JGH Rhön-Vogelsberg darf ich Herrn Rudolf Leinweber herzlich begrüßen.

Mein besonderer Gruß gilt Herrn Prof. Dr. Reiner der uns einen Vortrag zum Thema „Notwendigkeit des Genaustausches beim Rotwild " halten wird.

Ich danke den Bläserinnen und Bläsern der Kreisjagdvereine Gelnhausen und Schlüchtern die unsere Veranstaltung musikalisch umrahmen.

 

Totengedenken

Hier und heute wollen wir dreier Menschen gedenken die im letzten Jahr von uns gegangen sind und die unsere Rotwildhegegemeinschaft über Jahrzehnte gestaltet und geprägt haben. Es sind dies unser sehr plötzlich verstorbener Ehrenvorsitzender Dr. Paul Joachim Hopp -  

unser Ehrenmitglied Karl Blume und unser guter Freund Heinz Metzler. 

Wir werden Ihr Andenken in Ehren halten.

Zahlreiche Gäste, Ehrengäste, Mitglieder und Freunde  hatten sich eingefunden.

Prof. Dr. Reiner referiert zum Thema Notwendigkeit des Genaustausches beim Rotwild und hat aufmerksame Zuhörer.

Die Ausführungen von Prof. Dr. Reiner finden Sie unter Rotwild im Spessart.

Bericht des Sachkundigen 

Im vergangenen Jagdjahr haben wir eine Gesamtstrecke von 840 Stück Rotwild erzielt, was einer Gesamtabschusserfüllung von 94 % der Regel und Langzeitfreigabe entspricht.

Dies entspricht einem Verhältnis von 62 % der Strecke beim weiblichen und 38 % beim männlichen Rotwild.

Jagd-jahr

 

AKLI

AKL II

AKL III

HK

SA.

AT

ST

WK

SA

SA

 

Fall-wild

 

 

2016/ 2017

RFGSoll

32

0

163

171

366

198

97

232

527

893

 

 KFZ

So.

 §22

 

Ist

21

4

130

162

317

176

142

205

523

840

 

11

15

4

 

 

30 Stücke waren als  Fallwild zu verzeichnen.

Bei der Jagd auf Schmalspießer und Schmaltiere im Mai wurden 66 Stücke erlegt.

In den Reviergruppen wurden im Einzelnen erlegt:

Forstamt Jossgrund                      395 Stück                dies entspricht 94 % der Festsetzung

Forstamt Schlüchtern                     81 Stück                 dies entspricht  101%  der Festsetzung

Forstamt Wolfgang 0

Verpachtete staatliche EJB             47 Stück                dies entspricht  94%  der Festsetzung  

Gemeinschaftliche Jagdbezirke    317 Stück                dies entspricht  92%  der Festsetzung 
 

Zu erwähnen ist hierbei,  dass in 26  von 79 Jagdbezirken keine Strecke erzielt wurde, und in nahezu 70 % der Reviere das Abschusssoll nicht erreicht werden konnte.

Mit der erzielten Strecke von 840 Stück haben wir im Rotwildgebiet Spessart erneut den höchsten Abschuss seit 1968 erzielt. Dieses Ergebnis unterstreicht den Willen der Hegegemeinschaft und aller Jagdausübungsberechtigten die forstlichen Belange der Waldbesitzer und die Belange der Landwirtschaft in besonderem Maße zu berücksichtigen.

Das in den vergangenen 3 Jagdjahren praktizierte Verfahren jedem Revierinhaber neben dem festgesetzten Abschusssoll eine selbstverwaltete 10%ige Nachbewilligung beim Kahlwild zu gewähren, hat sich gut bewährt. Es vermeidet Bürokratie und schafft Handlungsspielraum bei der Abschusserfüllung.

Die Ergebnisse der Schälschadenserhebung für den Rotwildring sind auf der Karte ersichtlich und sind im Gesamtergebnis  von 0,3 % bei der Buche und 1,5 % bei der Fichte sind im Landesweiten Vergleich nicht mehr unter den Problem Gebieten.

Bei den frischen Schälschäden bei der Fichte haben von 26 landesweiten Rotwildgebieten 16 teilweise deutlich höhere Werte wie im Spessart. Bei den frischen Schälschäden an der Buche sind es sogar 21 Gebiete die höhere Schäden als im Spessart aufzeigen.

Wir liegen bei den Werten im Spessart deutlich unter den Landeswerten von 1.6 % bei der Buche und 2,4 % bei der Fichte,

Im Stadtwald Bad Orb liegen wir in der separaten Erhebung mit 0% bei der Buche und 0,6% bei der Fichte unter den angestrebten Zielwerten was ein hervorragendes Ergebnis darstellt.

Lassen Sie mich nun zur Abschussfestsetzung für dieses Jagdjahr kommen.

Zur Erinnerung im letzten Jagdjahr 94% Erfüllung gleich 840 Stücke erlegt. Rückläufige Schälschäden wie soeben besprochen.

Nach zähem Ringen und gegen den Widerstand von Sachkundigem und Hegegemeinschaft wurde der Abschuss für dieses Jagdjahr auf 990 Stücke festgesetzt.

Hiervon entfallen 590 Stück auf die beiden Forstämter Jossgrund und Schlüchtern.

Wir werden nun an der Umsetzung dieses Planes arbeiten und uns hierbei die Auswirkungen auf unsere Rotwildpopulation genau ansehen. Wir streben die Reduzierung in den Konzentrationspunkten an, nicht die Auslöschung.

Jagdjahr 17/18

Ist 15/16

Soll 16/17

Ist 16/17

Vorschlag RRS mit UJB

 
 

Regiejagd FA Jossgrund

339

420

395

500

 

Regiejagd Schlüchtern

59

80

81

90

 

Reviergruppe Bad Orb

113

120

89

101

 

Reviergruppe Jossgrund

142

120

149

140

 

Reviergruppe Flörsbach

39

50

45

50

 

Reviergruppe Mittleres Kinzigtal

28

24

12

23

 

Reviergruppe Bergwinkel

17

17

13

16

 

Reviergruppe Biebergemünd

16

12

9

12

 

Verp. Staatl. EJB

37

50

47

38

 

Gesamt RRS

790

893

840

970

 

LZF Regie und staal EJB

 

22

 

 

 

LZF GJB und EJB

 

32

 

 

 

Poolfreigabe ab JJ 17/18

 

54

 

20

 

GESAMT RRS RFG + LZF

 

947

840

990

 

Politisch ist es mehr als an der Zeit, die Rolle und den Wert den unsere größte heimische Säugetierart hat zu bestimmen, und nicht nur Wolf und Biber als schützenswert zu diskutieren.

Rotwild gehört in den Spessart und zwar in sichtbaren und gesunden Beständen.

 

Stefan Auerbach 

20.05.2017

Ehrung

Anlässlich der Hegeschau wird FAM. Frank Marhauer in Anerkennung seiner Verdienste für den Rotwildring Spessart mit dem Verdienstabzeichen in Silber ausgezeichnet. 

Walter Geipel berichtet über die Nachsuchentätigkeiten im RRS

Sehr geehrte Mitglieder, verehrte Damen und Herren,

ich möchte,  bevor ich Ihnen über die Nachsuchentätigkeit der Nachsuchenhundeführer des RRS mit ihren Hunden berichte, folgende  Überlegung mitteilen.

Im Verbandsorgan des JGHV „Der Jagdgebrauchshund“ sind einige Gedankengänge über die Verbandsschweißprüfung (VSwP) und der Verbandsprüfung nach dem Schuss (VPS) aufgeführt.

Angedacht war die Verbandsschweißprüfung als Einstieg geeigneter Führer mit ihren Hunden für die Nachsuchenpraxis zu prüfen, um festzustellen, dass zwei mit dem Schweißriemen verbundene Spezialisten für den Nachsuchen-einsatz geeignet sind.

Mitte der 60iger Jahre führte ich meinen ersten Hund, einen DK-Rüde auf der VSwP am Hoherodskopf. Gerichtet wurde ich von zwei der Initiatoren dieser Prüfung: Dr. Carl Tabel und von Trott zu Solz.  Mein Hund und ich haben die Verbandsschweißprüfung bestanden.

 

Es wurden in der gesamten Bundesrepublik  in jedem Jahr nur vier Verbands-schweißprüfungen durchgeführt. Auf diesen wurden insgesamt 45 Hunde auf der

20-Stundenfährte geprüft. Von diesen bestanden 27 Hunde. Heute sind es ca. 70 Prüfungen pro Jahr. Die Frage ist: Werden diese Hunde nur geführt um das begehrte Prädikat Sw in der Ahnentafel bestätigt zu bekommen? Denn damit können hessische Führer, auf Antrag, in ganz Hessen revierübergreifend nachsuchen!!

 

Riemenfest und fährtentreu, dies trifft auf die Nachsuchenführer des RRS zu. Sie haben sich der höchsten Ethik des Tierschutzes verschrieben. Denn sie haben erfahrene Hunde und mit großem Wissen und Können ihrerseits viel Wild von seinen Qualen erlöst.

Ihr Einsatz bei großen Drückjagden beginnt erst wenn die Jagdgesellschaft schon längst beim Schüsseltreiben ist und sie sind auch bereit, am nächsten Tag die angefangenen Nachsuchen, bis teilweise zur körperlichen Erschöpfung, zu Ende zu bringen. Ich möchte Sie hiermit bitten auf die vom RRS vorgeschlagenen Nachsuchengespanne nach wie vor zurückzugreifen, die sich aufgrund großer Erfahrungen und vor allem auch aus Verantwortungsgefühl dem Wild gegenüber bewährt haben. Sie haben auch die Gewissheit, dass diese Nachsuchenführer immer zur Verfügung stehen.

 

Von der Geschäftsstelle des RRS wurden wieder alle in  unserer Nachsuchenliste aufgeführten Hundeführer angeschrieben, um uns die Zahl der Nachsucheneinsätze mitzuteilen.

Unserer Bitte sind alle Führer nachgekommen. Die Namen nun in alphabetischer   Reihenfolge:

Hans Jürgen Bachmann   Elmar Bering       Walter Geipel       Peter Herche                            Hagen Hollitzer                 Klaus Pfeifer       Christian Rietz-Nause

Nachsuchen 2016/2017

Zahl der Einsätze                      419

Kontroll- und Fehlsuchen          206

Erfolgreiche Nachsuchen:         212

Zur Strecke kamen:

Rotwild  98  -   Schwarzwild  101  -   Rehwild  19 -   Damwild  3 Stücke.

Die Strecke an Schalenwild in Deutschland erhöht sich von Jahr zu Jahr, damit steigt auch die Zahl der Nachsuchen. Die Verkehrsdichte wird immer stärker, so dass es bei Hetzen von schwer krankem Wild auch öfters zu  tödlichen Unfällen des wertvollen Nachsuchenhundes kommt.

Nur wer es erlebt hat einen Hund zu verlieren kann die Trauer der ganzen Familie nachvollziehen.

Es bieten sich immer einmal Hundeführer mit entsprechendem Wissen und erfahrenen Hunden an. So würde ich vorschlagen vom Forstamt Schlüchtern Stefan Martens mit seinen Kopov- Bracken  bei Nachsuchen zu berücksichtigen.

Der RRS bedankt sich bei den Nachsuchengespannen für Ihre oftmals bis an die Grenzen der Belastbarkeit gehenden Einsätze zum Wohle des uns anvertrauten Wildes.

 

Bad Orb, den 20.05.2017

Walter Geipel

1. Vors. Stefan Auerbach und 2. Vorsitzender Walter Geipel bei der Besprechung der Trophäen und Übergabe der Hegemedaillen.

Trophäenausstellung

Präsentiert wurden in der Altersklasse I (AKL) 21 Hirsche, darunter

5 Fallwildhirsche.

In der AKL II  4 Hirsche, darunter 3 Fallwildhirsche

und der AKL III  45 Hirsche.

 

 

 

 

Vors. Auerbach und 2. Vors. Geipel übergeben Gisela Kreis den Silbernen Bruch für den von ihr im GJB Lettgenbrunn gestreckten starken und außergewöhnlich abnormen Hirsch.

Abnormer Hirsch erlegt von Gisela Kreis am 20.09.2016 im

GJB Lettgenbrunn. Alter 12. Kopf, Körpergewicht 100 kg.

Eine Bewertung der Internationalen Punkten wird bei

abnormen Hirschen nicht vorgenommen.

Ältester Hirsch der Hegeschau war dieser ungerade 18-Ender vom 16. Kopf, mit 6,060 kg Geweihgewicht und 125 kg Körpergewicht. Erlegt am 16.09.2016 von Dieter Neuberger im GJB Burgjoß. Bewertet mit 189,01 Intern. Punkten.  Auf der RRS Hegeschau ausgezeichnet mit der Goldmedaille. 

Stärkster Hirsch der Hegeschau war dieser 12-Ender vom 13. Kopf mit 7,350 kg Geweihgewicht und 129 kg Körpergewicht. Erlegt am 23.09.2016 von Leon Fijnaut im Hessischen Forstamt Jossgrund.

Bewertet mit 194,16 Intern. Punkten. 

Auf der RRS Hegeschau ausgezeichnet mit der Silbermedaille. 

Dieser ungerade 16-Ender  vom 11. Kopf mit 7,140 kg Geweihgewicht und 99 kg Körpergewicht wurde am 26.09.2016 von Dieter Arlt im Hessischen Forstamt Schlüchtern /Kinzigtal erlegt. Bewertung 191,16 Intern. Punkte.

Auf der Hegeschau ausgezeichnet mit der Bronzemedaille.

Die Wand der starken Hirsche  >>

>> mit ausgeprägter Endenfreudigkeit

Hirsche der Altersklasse III

Interessierte Betrachter der präsentierten Hirsche